Offener Bibelkreis

Nächste Termine (Treffen jeweils im Pfarrhof Hausen, Beginn: 20.00 Uhr):

  • 21. Februar 2019
  • 14. März 2019

Gedanken zur Bibelstelle Lk 3,15-16.21-22 (Taufe des Herrn)

Wenn Kinder und Erwachsene von ein und demselben Fest- etwa Weihnachten- erzählen, klingt das oft sehr verschieden. Jeder berichtet aus seiner Sicht und lässt diese in die Darstellung einfließen. Wer sich und andere beim Erzählen beobachtet, entdeckt unschwer, wie vieles oft ergänzt wird, um ein Erlebnis anschaulich darzustellen. So berichten auch die Evangelisten über die verschiedenen Ereignisse im Leben Jesu mitunter sehr anschaulich, oft sogar dichterisch, um ihre gläubige Sicht u bezeugen.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Schilderung der Taufe Jesu durch den Täufer Johannes im Lukasevangelium. Charakteristisch für die lukanische Sicht ist die Bemerkung: „während er betete“; denn Lukas erwähnt das Beten Jesu auch sonst öfters.
Was Jesus tut und erlebt, ist getragen vom Gebet, in dem der Mensch Jesus den Einklang seines Willens mit dem des Vaters sucht und findet. Lukas stellt damit den Beter Jesus seinen Lesern als Vorbild vor Augen.

Die Angaben über den geöffneten Himmel, das Herabsteigen des Geistes und die Anrede des Getauften hat Lukas schon vorgefunden. Sie entstammen dem urkirchlichen Bemühen, das Ärgernis der Taufe Jesu (war er ein Sünder ?) zu beheben: Wenn Jesus sich in die Reihe der Büßer einordnet, entspricht das dem Willen Gottes; denn auf dem Getauften ruht der Geist Gottes; er ist als der Erniedrigte der „geliebte Sohn“ (so die Stimme aus dem Himmel); sein Taufe dient dazu, die Trennung zwischen Gott und Menschen aufzuheben. Was ursprünglich nur als ein Sehen und Hören Jesu erzählt wurde (vgl. Mk 1,10f), schildert Lukas als ein allen wahrnehmbares Geschehen. Dies entspricht der dinghaften Darstellungsart, die ihm Eigen ist (vgl. seine Schilderung der Erscheinung des Auferstandenen; 24,38-43).

Lukas übersetzt so die urkirchliche Botschaft seinen griechisch gebildeten Lesern:
Der mit anderen Sünden von Johannes getaufte Jesus unterscheidet sich von diesen: Er ist der Sohn, dem der Vater dazu auserwählt hat, um durch seine Taufe- sie ist eine Vorwegnahme des Kreuzes- den Menschen wieder den Zugang zum Himmel zu öffnen und Anteil an seinem göttlichen Geist zu geben. Die „Taufe“- nicht bloß am Anfang des Christwerdens- ist auch für uns der einzige Weg, die Grenzen der Welt des Todes zu überschreiten und als geliebte Söhne und Töchter Gottes die Erfüllung unserer Sehnsucht zu erlangen.

Irisches Segensgebet
Die Kraft Gottes sei mit dir.

Der Frieden des Sohnes sei mit dir.

Die Dynamik des Geistes sei mit dir.

Und möge dich der heilige Dreieinige

auf deinem Weg schützen und nähren.

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