Offener Bibelkreis

Nächste Termine (Treffen jeweils im Pfarrhof Hausen, Beginn: 20.00 Uhr):

  • 14. Mai 2019
  • 11. Junil 2019

Gedanken zu Palmsonntag - Tor zur Heiligen Woche C Lk 19, 28-40

Eine eindrucksvolle Prozession zieht heute wie bereits seit dem 4. Jahrhundert vom Jerusalemer Ölberg herab in die Stadt. Heute ist unsere Kirche Jerusalem.

Vor den Toren der Stadt
In evangelischen und katholischen Kirchen hören die Christen am Palmsonntag das Evangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem, das alle vier Evangelisten über-liefern. In jenen Tagen vor dem Passahfest war Jerusalem voller Pilger. Viele von ihnen zogen vor die Tore der Stadt. Warum? Sie zogen Jesus entgegen, den wohl etliche der galiläischen Pilger kannten. Wie sie kam er herauf nach Jeru-salem zum großen Fest. Doch nicht irgendeinem neuankommenden Pilger ziehen sie entgegen. Wenn in jener Zeit ein Herrscher in eine Stadt kam, zog ihm die Bevölkerung der Stadt entgegen und begleitete ihn in die Stadt. Hier war es wohl nicht die Jerusalemer Bevölkerung, die Jesus entgegenzog, sondern eine Schar von Pilgern, aber sie tun, was man bei Ankunft des Herrschers tut: über-schwenglich begrüssen sie ihren König. Sie legen Kleider ihm zu Füssen und behandeln ihn wie einen König. Mit dem Ruf "Hosanna" anerkennen sie jubelnd seine Würde.

Der Herr braucht ihn
Vom Ölberg aus schickt Jesus zwei seiner Jünger ins nahegelegene Dort mit einem geheimnisvollen Auftrag. Sie werden an einer bestimmten Stelle einen jungen Esel finden, auf dem noch niemand gesessen hat. Den sollen sie losbinden und zu ihm bringen. Wenn jemand sich einmischt, sollen sie einfach sagen: Der Herr (kyrios) braucht ihn. Alles ergibt sich dann so wie Jesus so vorausgesagt hat. Auftrag und Erfüllung stimmen genau überein. Den Evangeli-sten scheint es wichtig zu sein, gleich u Beginn seines Jerusalemer Aufenthaltes deutlich zu machen, wer in den kommenden Ereignissen und Auseinander-setzungen letztlich Regie führt!. Gott selbst fügt alles nach seinem Willen.

Der auf einem Esel reitende König
Dem Bild vom Einzug des antiken Herrschers in gewaltiger Pose stellen die Evangelien kontrastierend den auf dem Esel reitenden Jesus entgegen. Ja, er zieht als König in seine Stadt ein, aber sein Königtum ist anderer Art. Alttes-tamentliche Zitate und Anspielungen zeigen die Besonderheit seines Königtums. Nach dem Evangelisten Lukas zieht Jesu auf einem jungen Esel ein. Hier greift der Evangelist auf den Segen Jakobs über seinen Sohn Juda zurück, aus dessen Stamm man den Messias erwartete: "Er bindet seinen Esel an den Weinstock, an die Rebe das Junge seiner Eselin." (Genesis 49,11) Lukas will mit der Anspielung auf den Esel also sagen, dass der vorausverkündete Herrscher der Völker kommt. Der Esel ist hier wie an anderen Stellen des Alten Testaments ein Tier, auf dem Vornehme reiten. Aus dem Propheten Sacharja (9,9) zitiert derselbe Evangelist: "Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, dem Jungen einer Eselin." Die Milde ist es, die das Bild dieses Königs bestimmt. Als gänzlich untypischer, als sanftmütiger König wird Jesus wenig später vor seinen Richtern stehen.

"Gepriesen, der kommt im Namen des Herrn."
Noch einmal wird aus dem Alten Testament zitiert, wenn die Menge Jesus entgegenruft: "Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn." (Psalm 118,26) Mit diesem Ruf wurden einst die Festpilger im Tempeltor begrüsst.
Katholische Christen, die mit ihrer Palmprozession Christus entgegenziehen, erinnern nicht nur, was damals die Pilger in Jerusalem taten. Vielmehr stehen sie am Palmsonntag am Tor der Karwoche und schauen dem entgegen, der als Auferstandener einst wiederkommen wird.

Palmzweige
Wer einen Palmbüschel trägt, bekennt sich zu Christus als den wahren König allen Lebens. Seine Liebe ist stärker als der Tod. Er ist das Leben selber und trägt das Weltall. Nach dem Palmgottes-dienst werden die Palmbüschel mit nach Hause genommen. Sie bringen damit gleichsam den Frieden Jesu in die Häuser.
Und wir bekennen mit diesen Palmzweigen, dass Christus auch in unserem Haus und in unseren Herzen herrschen möge.

 

Besinnung- Gebet

Gott
Wie wankelmütig sind wir doch!
Wie eine Fahne im Wind!

Gib uns
festen Stand
Mut und Kraft
Treue und Opferbereitschaft

Nimm uns die Angst vor den anderen
Lass uns mit Jesus Christus gehen
und dem göttlichen Leben verpflichtet
sein bis zum Tod

Lass uns die Zweige nicht verbergen
wenn die Verführer kommen
Lass unsere Lippen nicht verstummen
wenn die Verfolger kommen.

Anton Rotzetter

 

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