Offener Bibelkreis

Nächste Termine (Treffen jeweils im Pfarrhof Hausen, Beginn: 20.00 Uhr):

  • 17. Mai 2018
  • 14. Juni 2018

Gedanken zu  Joh. 20.19 -31  2. Ostersonntag B 2018

Von Anfang an ist der Glaube an Jesu Auferstehung und Gottessohnschaft auf Widerstand gestoßen. Der ursprüngliche Abschluss des Johannesevangeliums- Kap. 21 ist ein Nachtrag- lehrt, dass dieses Buch aufgeschrieben wurde, um Jesu Gottessohnschaft zu bezeugen. Zu diesem Zweck hat der Evangelist Jesu Taten als "Zeichen" geschildert, die darauf hinzeigen.

Zu den "Zeichen" zählt der Evangelist Johannes auch die ihm überlieferten Begegnungen mit dem Auferstandenen. Diese zeigen den Aposteln klar: Jesus ist trotz der Kreuzigung der verheißene Messias, zwar nicht im Sinn eines politischen Befreiers, sondern als der Sohn Gottes.
Diese "Zeichen" sind allerdings keine Beweise (im heutigen Sinn) für die Wirklichkeit der Auferstehung sowie für die Gottessohnschaft.
Als Beweise hat nach der Erzählung des Evangelisten Thomas das Berühren der Wundmale und der Seitenwunde gefordert. Jesus greift das Verlangen auf, gibt diesem aber den neuen Sinn: in Kontakt treten mit den Wundmalen als Ausdruck der Leidensnachfolge und der Seitenwunde als Quelle des Geistempfangs (vgl. 19,34; 20,22.22), um so zum Glauben zu finden, wie dies Jesu anschließende Worte aussprechen: "Sei nicht ungläubig, sondern gläubig". Thomas, so schildert es der Evangelist, versteht die ihm gewährten Zeichen- ohne realistisches Berühren!- und bekennt: ""Mein Herr und mein Gott" (V.28). Dem entspricht die Antwort des Herrn: "Weil du mich gesehen hast, glaubst du": Der Herr preist dann auch die selig, die zwar nicht wie Thomas und die anderen Jünger "sehen" (bei den einzigartigen Ostererfahrungen), aber auf ihr Zeugnis hin glauben, dass er der Messias und Sohn Gottes ist.
Diesen Glauben setzt die Kirche in ihrem ganzen Gemeindeleben voraus, wenn sie zu Christus betet und von ihm Rettung aus dem Tod erhofft. Der Auferstandene kann nämlich als "die Auferstehung und das Leben" (Joh 11,25) anderen Anteil an seiner göttlichen Herrlichkeit geben. Er vermag das aber nur dann, wenn sie sich auf ihn einlassen und in der Kraft seines Geistes an ihn glauben. Wer sich so wie Thomas dafür öffnet (ohne die von ihm geforderten "Beweise") erhält das von allen zutiefst ersehnte  Leben in Fülle.


Irisches Segensgebet

Auferstandener Herr,
schenke uns ein Herz für die einfachen Dinge:
Die Liebe, das Lachen, Brot und Wein, und Träume.
Schenke uns Hoffnung, die grünt und wächst,
und lass uns ein Volk werden,
dessen Lied das Halleluja ist,
dessen Name die Liebe ist,
dessen Zeichen der Friede ist.
Amen.

(da Noust)