Nachruf für Herrn Michael Schaudi

* 30.01.1936 in Dillingen
+ 10.11.2018 in Dillingen

Eigentlich müsste der Nachruf für Michael mit heiteren Anekdoten oder mit Witzen gespickt sein, denn er war ein humorvoller und geselliger Mensch.
Heiter ging es zu bei den zahlreichen Ausflügen, die er in 36 Jahren als Dekanatsleiter der Mesnergemeinschaft Dillingen organisierte. Bei den Heimfahrten wurde abwechselnd gesungen und Witze erzählt. Die meisten steuerte Michael selber bei. Auch als Mesner von St. Peter gab es viele Begebenheiten, die er gerne erzählte. Da war zum Beispiel eine Taubenjagd in der Basilika mit dem Sitzkissen einer Klosterfrau. Die Taube erwischte er nicht, aber das Kissen blieb bis zur jetzigen Renovierung unerreichbar auf dem Absatz einer Säule in 15 Meter Höhe liegen. Oder da war die Begebenheit mit einer alten Dame, über die er sich geärgert hatte und die er dann wenig später nicht ganz versehentlich in der Basilika einsperrte.

Im Mesnerberuf, den er von November 1973 bis März 1999 ausübte, fand er nach der Landwirtschaft eine zweite Berufung. Standhaft, selbstbewusst übte er seinen Beruf aus und wurde für viele zum Vorbild.

Man merkte Michael an, dass ihm „seine“ Basilika ans Herz gewachsen ist und es ist bedauerlich, dass sein Wunsch, die Wiedereröffnung noch zu erleben, nicht mehr erfüllt wurde. Gewissenhaft und zuverlässig verrichtete er seinen Mesnerdienst. Nicht selten kam es vor, dass er tagsüber von einer seiner großen Reisen zurückkam und am Abend bereits wieder den Mesnerdienst in seiner Kirche verrichtete. Große Anerkennung und Bewunderung erwarb er sich mit dem geschmackvollen Blumenschmuck, den er stets in die Basilika zauberte. Das war sein Markenzeichen, seine große Leidenschaft. Auch nach seiner aktiven Zeit übernahm er noch jahrelang an großen Festen den Blumenschmuck – und bis Herbst 2013 auch die Mesnervertretung.

Seine zweite Leidenschaft im Beruf war die Ministrantenarbeit. Seine Herzlichkeit für die jungen Menschen steckte an. Viele ehemalige Ministranten denken gerne an Michael Schaudi zurück – und an die erlebnisreichen Fahrten, die er für sie organisierte.

Vieles wäre noch zu nennen, aber das hätte er gar nicht gewollt. Trotz seiner Schlagfertigkeit und der Gabe, auf alles den passenden Kommentar parat zu haben, war er keiner, der große Reden und viele Worte wollte.

Es sei nur noch erwähnt, dass er auch 26 Jahre im Pfarrgemeinderat mitarbeitete und 55 Jahre als leidenschaftlicher Sänger und Tenorsolist den Kirchenchor bereicherte.

So gilt es, seitens der Pfarrei ein tief empfundenes Vergelt’s Gott zu sagen für allen jahrzehntelangen Einsatz, den Michael Schaudi auf vielfältige Weise leistete.

Michael war auch ein großer Schmetterlingsfreund. Viele wissen um seine umfangreiche Sammlung. Schmetterlinge haben in der christlichen Symbolik eine besondere Bedeutung: wie sich aus der Raupe ein wunderschöner Schmetterling entwickelt, wünschen wir Michael Schaudi von Herzen, dass sich auch sein irdisches Leben in ein wunderschönes, neues, vollendetes Leben bei Gott verwandelt und er nun in Gottes ewiger Herrlichkeit lebt!

Klaus Probst, Basilikamesner

Für die Pfarreiengemeinschaft Dillingen
In dankbarem Gedenken:
Pfr. Wolfgang Schneck

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