Katholischer Akademikerkreis

Dem Kath. Akademikerkreis Dillingen ist es seit über 40 Jahren ein Anliegen, die akademische Tradition in Form von Veranstaltungen im Bereich gehobener religiöser Erwachsenenbildung in ökumenischer Offenheit im Landkreis Dillingen weiterleben zu lassen – für ein breites Publikum.

 Der Kreis geht zurück auf die einstige Philosophisch-Theologische Hochschule Dillingen, die wiederum in der Nachfolge der ehem. Jesuiten-Universität (1551-1803) stand. Nach der Eingliederung der PTH Dillingen 1971 in die Universität Augsburg wurde der Kath. Akademikerkreis nach kurzer Unterbrechung von Prof. h.c. Ludwig Häring wiederbegründet. Bis zum Frühjahr 2014 oblag ihm die Leitung des Kreises und die Gestaltung des Jahresprogramms.

Heute stehen dem Akademikerkreis Dr. Walter Ansbacher und Dipl.-Theol. René Brugger vor. Während früher die Veranstaltungen in der Aula der Akademie stattfanden und stark von Lehrern frequentiert waren, die sich zur Fortbildung in Dillingen aufhielten, werden heute die Vorträge von zahlreichen Interessierten aller Altersgruppen aus der Stadt und dem Umland besucht.

Bei Interesse senden wir Ihnen gerne das Jahresprogramm kostenlos zu.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
 
Dr. Walter Ansbacher und Dipl.-Theol. René Brugger
Kontakt: akademikerkreis-dillingen (at)gmx.de

Dienstag, 06.02.2018, 19.30 Uhr, Schloss Dillingen, Festsaal

„In Deutschland angekommen“: Jüdisches Leben in der Gegenwart

Dr. Charlotte Knobloch: Kaum eine andere Person des öffentlichen Lebens in Deutschland steht so sehr wie sie für die Rückkehr der Jüdischen Gemeinschaft in die Mitte unserer Gesellschaft. Mit der Fertigstellung des Jüdischen Gemeindezentrums und der Synagoge „Ohel Jakob“ im Herzen Münchens im Jahr 2006 ist ihr Lebenstraum in Erfüllung gegangen. Wie leben unsere jüdischen Mitbürger heute, 70 Jahre nach dem Holocaust, in Deutschland? Kann angesichts der Notwendigkeit, dass jüdische Einrichtungen nach wie vor bewacht werden müssen, von „Normalität“ gesprochen werden? Mit welchen Herausforderungen ist die Jüdische Gemeinschaft aktuell konfrontiert?

Im Zweiten Vatikanischen Konzil hat sich die römisch-katholische Kirche gegenüber dem Judentumneu positioniert: Fortan sollen der interreligiöse Dialog sowie gegen-seitige Kenntnis und Wertschätzung unser Verhältnis bestimmen. Der Abend ist eine Einladung zu einer Begegnung in diesem Sinne mit einer herausragenden Persönlichkeit unserer Zeit.

Referentin: Dr. h.c. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, ehem. Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Commissioner for Holocaust Memory des World Jewish Congress

mit Buchverkauf/Signierung
Eintritt: 4,00 Euro bzw. mit der Jahreskarte 2017 oder 2018


Montag, 26.02.18, 19.30 Uhr, Stadtsaal am Kolpingplatz

Macht und Verantwortung der Medien

In Zeiten von fake news und des erhobenen Vorwurfs der „Lügenpresse“ stellt sich die Frage nach der Aufgabe und Rolle der Medien neu. Ulrich Wickert behauptet: Aus der Macht der Medien ergibt sich eine besondere Verantwortung für den Journalisten. Der zunehmende Wettbewerbsdruck, die Flut an Informationen und die Schnelligkeit, mit der sie sich verbreiten, haben seiner Ansicht nach zu einer erschreckenden Banalisierung geführt: Voyeurismus, Skandalisierung, Emotionalisierung nennt er als Stichworte. Wickert fragt, ob die Presse heute ihre Freiheit missbrauche und erinnert an die goldenen Regeln des journalistischen Handwerks und der Berichterstattung. Er reflektiert über Macht und Verantwortung der Medien und fordert eine Rückbesinnung auf die eigentliche Aufgabe des kritischen Journalismus: Aufklärung.

Karten: ab dem 29.01.18 bei Bücher Brenner nur gegen Vorlage der Jahreskarte erm. für 5 Euro (regulär im VVK: 9 Euro; Restkarten AK: 10 Euro) – Achtung: keine Reservierung!

Saalöffnung um 18.45 Uhr; freie Platzwahl
mit Büchertisch/Signierung

Referent: Prof. Ulrich Wickert, Journalist und Buchautor, 1992-2006 Moderator der „Tagesthemen“, Hamburg 


Montag, 16. April, 19.30 Uhr, Filmcenter Dillingen

„Am Sonntag bist du tot“ (IRL/GB 2014; FSK 16): Kinofilm mit Einführung und Film-Gespräch

Ein wahrhaft katholischer Auftakt: Die erste Szene des mehrfach preisgekrönten Films spielt im Beichtstuhl einer kleinen irischen Pfarrei. Der Originaltitel des Films, Calvary, verweist auf den Kalvarienberg (aramäisch Golgotha) als Hinrichtungsstätte Jesu in den Evangelien. So wird der im Film von Brendan Gleeson herrlich stoisch und irisch-bärbeißig gespielte Priester zu einer Leidensfigur, die auf Jesus Christus verweist, seine Begegnungen mit verschiedenen Menschen erscheinen als moderne Allegorie der Evangelienerzählungen. Den Kinofilm zeichnet insgesamt aus, dass er auf allen Ebenen wunderbar „funktioniert“: Als nachdenklich-schwarze „Dramödie“ (= Drama+Komödie) eines angekündigten Mordes, als bildlich-metaphorische Beschreibung der modernen (irischen) Gesellschaft, einschließlich der Krise des Katholizismus bzw. der kath. Kirche durch den Missbrauchsskandal und als Meditation über Schuld und Vergebung bzw. über Lebenslust und Lebensfrust im
Angesicht einer Welt, in der die Existenz Gottes keinesfalls mehr
selbstverständlich scheint.

Referent: Dr. theol. Martin Ostermann, Studienleiter an der Würzburger Domschule, Mitglied der Kath. Filmkommission, Lehrbeauftragter an den Univ. Eichstätt-Ingolstadt und Erfurt

Eintritt: 5,00 Euro; ermäßigt: 2,50 Euro nur gegen Vorlage der Jahreskarte an der Kinokasse


Montag, 14.05.18, 19.30 Uhr, Faustussaal

Einblicke in den „Markt der Sinnangebote“

Glück und Erfüllung - wer von uns sehnt sich nicht danach? Die Frage nach dem Sinn des Lebens schlummert in uns und bricht besonders auch in Krisenzeiten auf.
Der „Markt der Sinnangebote“ ist unübersichtlich geworden und nicht allen, die Heilung, Erleuchtung, Erfolg oder gar das ewige Glück versprechen, sollte arglos vertraut werden. Die Referentin gibt aus katholischer Perspektive Auskunft über Hintergründe und Ziele weltanschaulicher Gruppierungen und Organisationen, so dass die Zuhörer eine Orientierungshilfe zur Hand haben - für sich selber, aber auch im Hinblick auf Angehörige und Freunde.

Referentin: Klaudia Hartmann, Dipl.-Theol., Leiterin des Fachbereichs Religions- und Weltanschauungsfragen der Diözese Augsburg

Eintritt: 4,00 Euro bzw. Jahreskarte, Schüler/Stud. frei


„Themenmonat Südamerika“:

16.09.-24.10.2018: Stadtgalerie in der Ludwigskaserne, Schützenstr. 1 E

Kunstausstellung „Vida y sueñios en los Andes - Malerei und Graphik aus Lateinamerika: Ecuador, Perú, Bolivien und Chile“ unseres Mitglieds Manfred J. Nittbaur, akad. Maler und Bildhauer, Wertingen


Montag, 24.09.18, 19.30 Uhr, Stadtgalerie in der Ludwigskaserne

Die Armen trifft es zuerst. Mit der Umwelt- und Sozialenzyklika Papst Franziskus‘ zur Amazonassynode

Seit der Südamerikaner Franziskus Papst ist, hat sich vieles verändert, z. B. die Wahrnehmung der Ortskirchen in aller Welt. Franziskus‘ Umwelt- und Sozialenzyklika Laudato si ist Ausdruck der Hoffnung und Sorge für das gemeinsame Haus unserer Erde, welches nicht nur leichte „Dachschäden“ hat, sondern in seinen Grundmauern „stark beschädigt“ (LS 61) ist. Seine soziale Aufmerksamkeit und Geistesgegenwart haben dem Pontifex viele Freunde gerade unter einfachen Menschen eingebracht. Er spricht mit bescheidener Entschlossenheit von nötigen Veränderungen in der Kirche, vom fundamentalen Recht, Zugang zu einem Dach, zu Arbeit und zu einem Flecken Land zu haben. Franziskus versucht mit Laudato si die Kirche in Aufbruchsstimmung zu versetzen, drängt sie hinaus an die Peripherie, von der er kommt. Er spricht die drei großen Probleme der Weltgesellschaft an: Anerkennung der Anderen, Umverteilung der Güter und die Entschleunigung. Weil die weltweite ökosoziale Krise die Ärmsten zuerst trifft, darum trifft auch Franziskus sich mit den Armen, den Zurückgelassenen immer zuerst. Ein ganz konkreter Ort, an dem es darum geht, der Zerstörung der Natur Einhalt zu gebieten und seiner Bevölkerung eine Stimme zu geben, die über die ökonom. Interessen des Kapitals hinausgeht, ist Amazonien. Im Herbst 2019 widmet sich eine Synode der Weltkirche dieser Region und der Menschen, die dort leben, um sie aus ihrer pastoralen und sozialen Vereinsamung herauszuholen.

Referent: Prof. Dr. Dr. mult. Paulo Suess, Befreiungstheologe, São Paulo (Brasilien)

Eintritt: 4,00 Euro bzw. Jahreskarte; Schüler/Stud. frei


Montag, 22.10.18, 19.30 Uhr, Faustussaal

Kinder religiös erziehen!? Warum Kinder Religion „brauchen“

Immer mehr Eltern und Großeltern sind unsicher: Soll man seine Kinder oder Enkel religiös erziehen? Ist ein katholischer Kindergarten „besser“ für die Kinder? Braucht es den schulischen Religionsunterricht? Lassen die Pfarrgemeinden Raum für religiöse Bildung? Im Vortrag werden diese und weitere Fragen aufgegriffen. Dabei wird eine klare Position bezogen: Ja, Kinder „brauchen“ Religion! Warum und wofür, das wird im Gespräch zu klären sein.

Referent: Prof. Dr. Georg Langenhorst, Lehrstuhl für Religionspädagogik, Univ. Augsburg

Eintritt: 4,00 Euro bzw. Jahreskarte; Schüler/Stud. frei